Rio
Funk, auch bekannt als Favela Funk oder Baile Funk, ist ähnlich
wie der
HipHop
in den nordamerikanischen Ghetto´s als eine Art Protestbewegung
entstanden.
Wie
in den USA sind Brasilianer schwarzer Hautfarbe meist Nachfahren
von Sklaven aus Schwarzafrika. Und genau so gehören sie heute
auch noch aufgrund ihrer Hautfarbe vielfach zu den unterpriviligierten
und diskriminierten Bevölkerungsschichten.
Die
Favela´s (Slums) kennen ihre eigenen Gesetze. Hier regiert
oft die Drogenmafia und die Polizei macht entweder kräftig
mit, oder meidet einfach diese Viertel ganz. Die ständige
Gewalt, alltäglichgewordene Schießereien mit jährlich
vielen Toten und die bittere Armut machen das Leben teilweise
kaum erträglich.
Die
Texte des Rio Funk, im Slang der jeweiligen Viertel gerappt, erzählen
von dieser Welt der Armut und Gewalt. Sie prangern diese Mißstände
an, teils ernst, teils mit bitterer Ironie. Oft geht es um Gewalt,
Drogen oder Sex, aber auch die Wünsche und Hoffnungen der
jungen Faveladous spielen eine grosse Rolle.
Mit
primitiven Mitteln werden die Beats aus anderen, teilweise populären,
Musikstücken zusammengebastelt und arrangiert. Elemente aus
der traditionellen brasilianischen Musik (z.B. SAMBA) treffen
hier auf MIAMI BASS, Electro-HIPHOP und Breakbeats.
Wahrscheinlich
klingt diese Musik deshalb so energiegeladen und authentisch und
gehört daher zum neuesten und angesagtesten, was die brasilianische
Musik- und Partyszene zu bieten hat.